Fernsehkoch Johann Lafer ärgert sich: Hartnäckig wie die Pest im Mittelalter hält sich das Gerücht, dass Gäste seines Gourmet-Restaurants "Le Val d"Or" nach dem Bezahlen gebeten worden sein sollen, künftig nicht wiederzukommen.
Seit Monaten hören Johann und Silvia Lafer von Gästen und Freunden immer wieder drei Versionen des gleichen Märchens:
Version 1: Am Fuß der Rechnung stand der Zusatz: Wir bitten Sie, unser Lokal nicht wieder zu besuchen.
Version 2: Gäste hätten zum Abschied eine "rote Karte" bekommen. Darauf stehe: "Sie haben sich schlecht benommen. Hausverbot!"
Version 3: Gästen soll ein "blauer Brief" gegeben worden sein. Darin ein Schreiben mit dem Vorwurf, sie hätten vom Teller ihrer Tischnachbarn probiert, was unschicklich sei. Deshalb wolle man auf solche Gäste verzichten. Die Eheleute Lafer versichern, dass es solche Fußzeilen auf der Rechnung oder gar rote Karten und blaue Briefe in ihrem Hause nicht gebe - im Gegenteil: Man freue sich, wenn Gäste sich so sehr für die Speisen interessieren, dass sie sich untereinander kosten ließen.
Lafers Versuche, in den Besitz eines entsprechenden Dokuments zu kommen, blieben bislang erfolglos. Deshalb entschließt er sich nun zu einem ungewöhnlichen Schritt: "Ich setze 3000 Euro Belohnung aus, falls mir jemand ein entsprechendes Beweisstück dafür vorlegen kann, dass bei uns so mit Gästen umgegangen worden ist." Lafer ist sich sicher, dass er diese Belohnung niemandem auszahlen muss.
Übrigens: Besonders gerne wird dieses Gerücht durch Personen verbreitet, die noch nie die Gastlichkeit der Stromburg erlebt haben.
Quelle: Oeffentlicher Anzeiger/Rhein-Zeitung vom 10. 3. 2009
Norbert Krupp
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